Flüchtlingsrat Berlin Neue Meldungen

22.05.18: Keinen Rechtspopulismus auf dem Rücken von geflüchteten Menschen - keine Abschiebungen nach Afghanistan

16.05.18: Pro Asyl und Flüchtlingsräte kritisieren Ankerkonzept als Absage an Willkommenskultur

14.05.18: Flüchtlingsrat und Initiativen fordern: Notunterkunft Ankunftshangar Tempelhof sofort schließen !

24.04.18: Keine Beteiligung Berlins an der vom BMI geplanten Pilotphase zur Etablierung von AnKER-Zentren!

24.04.18: Keine Abschiebungen in Kampfgebiete und Elend

17.04.18: Forderungen an den Berliner Senat: Familiennachzug erleichtern und landesrechtliche Möglichkeiten - wie im Koalitionsvertrag versprochen - ausschöpfen!


Neue Dokumente

Ratgeber für Geflüchtete in Berlin
Behördenzuständigkeit, Aufenthalts- und Asylrecht, soziale Teilhaberechte, 2. A. November 2017, hier als Buch und als Download

Aktuelle Gesetzgebung Aufenthalts- und Asylrecht
Aussetzung Familiennachzug, Scheinvaterschaften, Kinderehen, bessere Durchsetzung Ausreisepflicht, Abschiebehaft, AsylbLG, "Integrations"gesetz, Wohnsitzauflagen, Asylpakete I und II, Umverteilung UMF, Köln-Gesetz, neue sichere Herkunftsländer usw., Stand 10.05.2018

Forderungen an die neue Berliner Landesregierung
Berlin braucht eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik! 
Forderungskatalog des Flüchtlingsrats, Sept. 2016

Presseerklärungen



Impressum

Design:
Henrik Weinhold


<< zurück zur Übersicht

20 Jahre Berliner Härtefallkommission


Ca. 10.000 Flüchtlinge erhielten ein Bleiberecht. Flüchtlingsrat Berlin: Humanitäre Maßstäbe sollten Flüchtlingspolitik insgesamt stärker bestimmen

Im August 1990 trat die Berliner Härtefallkommission zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Seitdem fanden ca. 300 Sitzungen statt.
Als ein Ergebnis einer politischen (Koalitions-) Vereinbarung wurden ihre Mitglieder ab 1992 von den Parteien bestimmt. Seit 2005 ist die Härtefallkommission auf der gesetzlichen Grundlage des Zuwanderungsgesetzes tätig. Ihre sieben Mitglieder werden von den Kirchen, dem Flüchtlingsrat, dem Migrationsrat, den Wohlfahrtsverbänden und von zwei Senatsverwaltungen entsandt.

Die Bilanz, die nach 20 Jahren nun gezogen werden kann, ist sicher eine Erfolgsgeschichte, die vor allem dem Engagement der Mitglieder der Kommission geschuldet ist. Die Beratungsstelle von pax christi und des Flüchtlingsrates hat wesentlich zur erfolgreichen Arbeit der Härtefallkommission beigetragen. Aktuell wird die Beratungsstelle im Forum der Jesuiten am wöchentlichen Beratungstag von ca. 20 – 30 Ratsuchenden Flüchtlingen aufgesucht. Für sie bedeutet die Härtefallkommission – deren Ersuchen vom Innensenator umgesetzt oder abgelehnt werden müssen – die letzte Hoffnung auf ein Bleiberecht.

Traudl Vorbrodt, Mitglied der Härtefallkommission von Anfang an, kritisiert, dass es im Ergebnis von Entscheidungen des Innensenators zu Familientrennungen gekommen ist. „Es darf nicht sein, dass ein Ausschluss von Straftätern von einem humanitären Bleiberecht dazu führen kann, dass Familien durch Abschiebungen getrennt werden oder die ganze Familie aufgrund der Straffälligkeit eines Familienmitglieds keine Aufenthaltserlaubnis bekommt“.

Die erfolgreiche Arbeit der Berliner Härtefallkommission zeigt, dass im Interesse der Betroffenen humanitäre Lösungen gefunden werden können. So konnten sogar Menschen ohne Papiere durch die Ersuchen der Kommission zu einem Aufenthaltsrecht kommen.

Die Arbeit der Härtefallkommission kann immer nur auf der Ebene des Einzelfalls agieren. Humanitäre Maßstäbe sollten aber insgesamt in der Flüchtlingspolitik auf Landes- und Bundesebene stärker eine Rolle spielen.
Das bedeutet, dass es Gruppenlösungen, wie die aktuelle Bleiberechtsregelung, nicht nur zeitweilig geben darf. Sie sollte nicht an einen Einreisestichtag gebunden sein.
Letztlich darf auch eine Legalisierung für Menschen ohne Papiere bundesweit kein Tabu mehr sein.


Für Auskünfte stehen zur Verfügung:
Jens-Uwe Thomas; Tel.: 24344-5762
Traudl Vorbrodt, Tel.: 0178/ 365 51 69 Berlin, 23. August 2010





Flüchtlingsrat Berlin · Greifswalder Str. 4 · 10405 Berlin · Tel.: (0 30) 224 76 311 · Fax: (0 30) 224 76 312