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Ratgeber für Geflüchtete in Berlin
Behördenzuständigkeit, Aufenthalts- und Asylrecht, soziale Teilhaberechte, 2. A. Stand November 2017, hier als Buch zu bestellen und als Download!

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Presseerklärung v. 09.10.07: Drohende Abschiebung nach 18 Jahren Berlin


Presseerklrung vom 09.10.07

Der als 3jhriger nach Berlin gekommene schwer kranke 21jhrige Turgay Aydin wurde in der Abschiebehaft Grnau inhaftiert. Die Auslnderbehrde will ihn allein in die Trkei abschieben. Der Flchtlingsrat fordert seine Freilassung und die Gewhrung des Bleiberechts nach der "Altfallregelung".

vgl. dazu auch
Berliner Zeitung v. 10.10.2007
Schwerkranker sitzt in Abschiebehaft

***

Seit dem 19. September 2007 ist der 21jhrige Turgay Aydin in der Abschiebehaft Grnau inhaftiert. Die Behrden wollen ihn alleine in die Trkei abschieben. Der Berliner Flchtlingsrat mit den darin organisierten Initiativen aus dem Flchtlingsbereich fordert die Freilassung des jungen Menschen und die Gewhrung eines Bleiberechtes.

Turgay Aydin kam als dreijhriges Kind mit seinen Eltern und weiteren sechs Geschwistern nach Deutschland. Die Eltern flchteten vor Verfolgung aus Mardin, einem arabischsprachigen Gebiet im Osten der Trkei. Er soll nun fr ein seinen Eltern unterstelltes angebliches Fehlverhalten (falsche Angaben zur Identitt) in Sippenhaft genommen werden.

Turgay wuchs in Berlin auf und besuchte in Deutschland die Schule. An das Herkunftsland seiner Eltern hat er keine Erinnerung. Turgay ist hier zu Hause und spricht von sich als einem Berliner.

Das wollen die Berliner Behrden allerdings nicht in Ihrer auslnderrechtlichen Entscheidungspraxis bercksichtigen. Bereits im Jahr 2005 versuchten sie den damals 19-Jhrigen abzuschieben. Diese Entscheidung konnte damals abgewendet werden. Im Leben von Turgay hatte dieses Verfahren aber schwerwiegende Konsequenzen. Er befindet sich seitdem aufgrund von massiven psychischen Problemen in medizinischer und therapeutischer Behandlung. Seine Schullaufbahn musste der junge Mann aufgrund von mehrmonatigen stationren Aufenthalten im letzten und in diesem Jahr abbrechen. Turgay leidet an einer chronisch tiefgreifenden seelischen Erkrankung in Kombination mit einem epileptischen Anfallsleiden.


Mehrere Atteste der behandelnden rzte liegen auch jetzt den staatlichen Entscheidungstrgern vor und finden keinerlei Beachtung. Die Berliner Innerverwaltung ignoriert die Brisanz des besonderen Einzelfalls und verweigert die Umsetzung gegebener Ermessensspielrume.

Turgay Aydin ist trotz der Proteste Berliner Flchtlingsorganisationen nach wie vor inhaftiert. Die dringend notwendige medizinische Versorgung wird dem jungen Mann unter Haftbedingungen nicht ausreichend gewhrt. Er soll in ein ihm unbekanntes Land abgeschoben werden. Der Berliner Senat fr Inneres wird aufgefordert, den Fall von Turgay Aydin in die Berliner Hrtefallregelung aufzunehmen, den jungen Mann mit sofortiger Wirkung aus dem Berliner Abschiebegewahrsam zu entlassen und ihm einen Aufenthalt zu gewhren.

Parallel dazu sollte ihm die Mglichkeit gegeben werden, im Rahmen der gesetzlichen Bleiberechtsregelung ein Aufenthaltsrecht zu erwerben.


Flchtlingsrat Berlin, 09.10.2007
weitere Infos: BBZ Tel. 030/ 666 40 720




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