Gedenkveranstaltungen für Cemal Altun
Gedenken an den politischen Flüchtling Cemal Altun, 13.04.1960 – 30.08.1983
Am 30. August 2008 jährt sich der Todestag von Cemal Altun zum 25. mal. Aus diesem Anlass findet am Sonntag, 31. August 2008, 19.00 Uhr in der Kirche Zum Heiligen Kreuz, Berlin-Kreuzberg (Hallesches Tor) eine Veranstaltung mit dem Titel statt:
Gebrochenes Asylrecht – Zerbrochenes Leben
zum 25. Todestag von Cemal Altun
Es sprechen:
Jürgen Quandt (Asyl in der Kirche/ Berlin)
Fanny-Michaela Reisin (Internationale Liga für Menschenrechte)
Wolfgang Wieland, MdB (Bündnis 90/ Die Grünen)
Rita Kantemir-Thomä (Flüchtlingsrat Berlin)
Hanns Thomä (Beauftragter für Migration und Integration der Ev. Landeskirche)
Bernd Mesovic (PRO ASYL)
Veranstalter sind:
Asyl in der Kirche Berlin, die Internationale Liga für Menschenrechte und der Flüchtlingsrat Berlin
Die Rednerin und die Redner stehen den Vertretern der Presse nach der Veranstaltung zum Gespräch zur Verfügung.
Am Sonnabend, 30. August 2008, 11.00 Uhr findet am Gedenkstein für Cemal Altun, Hardenbergstraße (neben dem Amerika-Haus) eine Kranzniederlegung statt.
Es sprechen:
Heidi Bischoff-Pflanz (Flüchtlingsrat Berlin)
Fanny-Michaela Reisin (Internationale Liga für Menschenrechte)
Am 30. August 1983 starb der damals 23-jährige türkische Asylbewerber Cemal Altun durch den Sprung aus einem Fenster im 6. Stockwerk des Berliner Verwaltungsgerichts. Das war das Ende eines mehr als einjährigen Dramas um die Auslieferung des politischen Flüchtlings Cemal Altun an die Türkei und damit das Scheitern der Solidaritätsbemühungen um seine Freiheit und sein Leben.
Altun war Anfang 1981 aus politischen Gründen nach Berlin (West) geflohen. Er stellte einen Asylantrag, als er erfuhr, dass er in der Türkei mit einem Mord an einem Politiker in Zusammenhang gebracht wurde. Über das BKA erhielt die türkische Regierung Kenntnis von diesem Antrag und die Anfrage, ob ein Auslieferungsantrag gestellt würde. Als postwendend der Auslieferungsantrag gestellt wurde, wurde Altun in Auslieferungshaft genommen, in der er bis zu seinem Tod verblieb.
Cemal Altuns Name steht heute für eine Vielzahl namenloser Flüchtlinge, die seither die Angst vor der Abschiebung an den Verfolgerstaat in die Verzweiflung und in den Tod getrieben hat.
Asyl in der Kirche Berlin, Internationale Liga für Menschenrechte und der Flüchtlingsrat Berlin erinnern nach 25 Jahren an Cemal Altuns Tod, weil Flüchtlinge kaum noch Chancen haben in Deutschland und in Europa Schutz zu finden.
Anerkannte Flüchtlinge bleiben durch Auslieferungsverfahren bedroht.
Für weitere Informationen zu den Veranstaltungen am 30. und 31. August stehen zur Verfügung:
Pfr. Jürgen Quandt, Asyl in der Kirche Berlin e.V., Tel.: 030/ 695 98 525
Rita Kantemir-Thomä, Flüchtlingsrat Berlin e.V., Tel.: 030/24344-5762
Fanny-Michaela Reisin, Internationale Liga für Menschenrechte, Tel.: 030/4504 2526