Flüchtlingsrat Berlin Neue Meldungen

Bundesratsinitiative für ein stichtagsunabhängiges Bleiberecht

20.01.11: Gemeinsame Stellungnahme gegen die Inhaftierung von Asylsuchenden auf dem Flughafen Willy Brandt

30.12.11: Ministerin Von der Leyen - Rechtswidrig gegen Flüchtlinge ins neue Jahr

Weihnachtsaufruf des Flüchtlingsrats Berlin: Unterstützen Sie unsere Härtefallberatungsstelle

11.11.11 Rücksichtslose Bildungspolitik gegenüber Flüchtlingsjugendlichen

14.10.11: Kein Asylgefängnis auf dem Willy-Brandt-Flughafen in Berlin-Schönefeld!


Neue Dokumente

Ländererlasse zu § 25a AufenthG
Erlasse und Infos zum "Bleiberecht für gut integrierte Jugendliche und ihre Eltern", Okt. 2011

Forderungen an den neuen Senat 2011
Berlin braucht eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik! September 2011, pdf

Anhörung zum AsylbLG im Bundestag am 07.02.2011
Flüchtlingsrat, Behörden, Verbände und Kirchen zur Verfassungsmäßigkeit und zum Antrag auf Aufhebung des AsylbLG.

Abschiebehaft



Impressum

Design:
Henrik Weinhold


Ausstellung „Auf gepackten Koffern“, Leben in der Abschiebehaft
Aktuelle Situation im Abschiebungsgewahrsam
Abschiebungshaft: Kirchen und Verbände ziehen kritische Bilanz
Zahl der Abschiebungen in Berlin
Infos und Links zum Thema


Ausstellung „Auf gepackten Koffern“, Leben in der Abschiebehaft

Die Ausstellung wandert auch 2011 weiter.
Infos über Temine und Modalitäten:
030/ 24344-5762
buero@fluechtlingsrat-berlin.de

Der Flüchtlingsrat Berlin hat in Zusammenarbeit mit der Initiative gegen Abschiebehaft, mit Unterstützung der CIMADE (Paris) und PRO ASYL
die Ausstellung „Auf gepackten Koffern“ – Leben in der Abschiebehaft am 19. Juni 08 erstmals präsentiert
Die Ausstellung kann beim Flüchtlingsrat ausgeliehen werden und richtet sich insbesondere an Schulen und Jugendeinrichtungen. Kontakt zum Flüchtlingsrat: Tel. 030/24344-5762






Unterstützt durch:
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Jesuiten-Flüchtlingsdienst
PRO ASYL
ver.di Bundesverwaltung
ver.di Berlin-Brandenburg
Stiftung Umverteilen
Stiftung Werkschule
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Hans-Böckler-Stiftung
Netzwerk Selbsthilfe e.V.
Pro Asyl

Flyer zur Ausstellung

Infos zur weiteren Ausstellung des Flüchtlingsrates "Flüchtlingsalltag in Berlin":
http://www.paulgross.de/fluechtlinge.htm



Aktuelle Situation im Abschiebungsgewahrsam

Die SeelsorgerInnen Kornelia Frisch und Bernhard Fricke/ EKBO berichteten auf der Sitzung des Flüchtlingsrats am 15. Oktober 2008 über die aktuelle Situation im Berliner Abschiebegewahrsam:

Zum Zeitpunkt waren 10 Frauen und 65 Männer inhaftiert. Das Hauptherkunftsland ist Vietnam. Die SeelsorgerInnen sind im ständigen Gespräch mit der Gefängnisleitung, dem Sozialdienst im Gefängnis und der Ausländerbehörde. Konkrete Ergebnisse konnten nur zum Teil erreicht werden.

Als positiv ist die neue Regelung zur Zahlung eines Handgeldes in Höhe von 55,00 EURO an mittellose Personen im Fall der Abschiebung zu bewerten.

Die Arbeit des polizeiärztlichen Dienstes - der autonom von der Gewahrsamsleitung agiert - ist weiter kritisch zu hinterfragen. Zu kritisieren ist im Einzelnen dass:

- Nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus, die Erkrankung als erledigt betrachtet und keine weitere Betreuung gewährleistet wird.

- Schwangere überhaupt inhaftiert werden. Sie sind besonders dem psychischen Druck der Haftbedingungen ausgesetzt, können sich nicht entsprechend ihrer und des Kindes Bedürfnisse ernähren, sie sind medizinisch unterversorgt.

- Der allgemeine Umgang mit psychisch belasteten und traumatisierten Personen völlig unzumutbar ist. So werden suizidgefährdete Personen in einzelnen Isolierzellen untergebracht unter Daueraufsicht gestellt. Eine angemessene psychische Betreuung bleibt gänzlich aus

- Behandlungsbedürftige nicht über die Wirkung der verabreichten Medikamente informiert bzw. Beipackzettel nicht übersetzt werden.

- Externe Ärzte zu bestellen fast unmöglich ist, aufgrund der organisatorischen, finanziellen und logistischen Schwierigkeiten. Externe Ärzte, die von den Häftlingen gewählt werden, dürfen nur in den Räumen und im Beisein des polizeiärztlichen Dienstes ihre Untersuchungen vornehmen.

Im Gewahrsam sind drei Sozialarbeiter/innen und eine Psychologin tätig, mit der gut zusammengearbeitet werden kann.

Zur Frage der medizinischen Versorgung in der Abschiebehaft fand im März diesen Jahres ein Arbeitstreffen statt, auf dem u.a. die Seelsorger/innen, die Initiative gegen Abschiebehaft, die Ärztekammer und der Flüchtlingsrat vertreten waren. Dieses Treffen sollte wiederholt werden. Im Januar 09 findet eine bundesweite Fachtagung zur Arbeit der Seelsorger in der Abschiebehaft statt, von dieser Impulse für die Arbeit in Berlin ausgehen könnten.

Die Zuständigkeit der Gerichtsbarkeit zur Überprüfung der Haftanträge der Ausländerbehörde wechselte ab 01.07.08 zum Amtsgericht Tiergarten am Tempelhofer Damm. Problematisch ist hierbei, dass die Richter ansonsten in Strafsachen tätig sind und zunächst für die besondere Situation von Menschen in Abschiebehaft sensibilisiert werden müssen. So werden die Abschiebehäftlinge wie Strafgefangene in Handschellen vorgeführt. Die SeelsorgerInnen können wegen der räumlichen Entfernung zum Gewahrsam kaum noch Termine von Betroffenen wahrnehmen. Bei den Anhörungen ist wie bei den Terminen beim Bundesamt oder bei der Ausländerbehörde auf die Qualität der Übersetzungen zu achten. So kann es vorkommen, dass ein Name anders geschrieben wird, was den Betroffenen später als "Alias - Name" zu Last gelegt wird

Es gibt keinen Internetanschluss im Gewahrsam, weder für die SeelsorgerInnen noch für die Häftlinge. Von einem Köpenicker Sportverein wird ein Gymnastikkurs angeboten.




Abschiebungshaft: Kirchen und Verbände ziehen kritische Bilanz

Der "Aktionskreis Abschiebungshaft Berlin“, in dem zwölf Organisationen und kirchlichen Stellen vertreten sind, hat nach vierjähriger Arbeit eine gemischte Bilanz über die Entwicklung der Abschiebungshaft in Berlin gezogen.

Dem Rückgang der Zahl von Inhaftierten stehe ein Anstieg der durchschnittlichen Verweildauer gegenüber. Mit Nachdruck fordert der Aktionskreis, dass Frauen während einer Schwangerschaft, Eltern von minderjährigen Kindern und Menschen mit behandlungsbedürftigen psychischen oder physischen Krankheiten nicht inhaftiert werden dürfen.

Quelle: Pressemitteilung des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Deutschland vom 16.05.2006 (PDF-Datei öffnen)


Zahl der Abschiebungen in Berlin

In Berlin ist die Zahl der Abschiebungen von Ausländern innerhalb von fünf Jahren von 4.000 auf 1.400 gesunken. Diese Zahlen teilte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) gestern auf eine entsprechende Anfrage im Abgeordnetenhaus mit.

Auch die Zahl der Ausländer, die im Abschiebegewahrsam inhaftiert waren, ist deutlich gesunken: Von 3.300 im Jahr 2.000 auf 1.100 im Vorjahr. Als Begründung für den Abschieberückgang nannte die Innenverwaltung beispielsweise die EU-Osterweiterung im Jahr 2004. Durch sie sei ein großer Teil der Bescheide hinfällig geworden, da EU-Bürger besser gestellt sind als andere. Zudem sei bundesweit auch die Zahl der Asylbewerber gesunken, und zwar von 100.000 im Jahr 1998 auf 29.000 im Jahr 2005.
Wie Körting weiter mitteilte, seien zum Ende des letzten Jahres 19.787 Personen in Berlin ausreisepflichtig gewesen. Dass sie nicht abgeschoben werden, liege am Widerstand vieler Länder. Knapp 30 Länder der Welt gelten als „Problemstaaten“.
Quelle: TAGESSPIEGEL vom 09.06.2006


Infos und Links zum Thema

Initiative gegen Abschiebehaft Berlin
"Meerbaumhaus"
Siegmundshof 20
10555 Berlin
Tel.: 030-41700915
Homepage: http://www.initiative-gegen-abschiebehaft.de
Email: GegenAbschiebehaft@web.de

Bundesweites Netzwerk von Initiativen gegen Abschiebehaft
http://www.abschiebehaft.de

Internet-Kommentar zur Abschiebungshaft von Klaus Melchior
http://www.abschiebungshaft.de

Flüchtlingsrat Berlin · Georgenkirchstr. 69-70 · 10249 Berlin Tel.: (0 30) 243 44 57 62 · Fax: (0 30) 243 44 57 63